Samstag, 4. April 2009

Das Sazerac Experiment

Ich hab ja schon immer gesagt, zuviel Freizeit ist nicht gut, da kommt man nur auf dumme Gedanken. Es ist Donnerstag und ich sitze mit meiner Frau ganz entspannt am Tresen des Lebensstern.Wie wir da so sitzen und überlegen was wir denn trinken könnten, habe ich eine Eingebung - Sazerac mit Rum, mit Rhum Agricole um ganz genau zu sein. Wir wollen eine Zigarre rauchen und der Sazerac ist ein schöner Begleiter. Der erste wurde mit einem Dillon gemixt. Das Ergebnis war ok, der Rhum allerdings hatte nicht genügend Kraft, um wirklich überzeugen zu können und der Drink geriet etwas zu süß. Ich erklärte den Tresen zur Versuchsanstalt und im zweiten Versuch wurde dann ein J.Bally Pyramide 12 Jahre vermixt, der Absinth gewechselt und etwas weniger Zucker. Jetzt machte der Drink richtig Spaß. Für diejenigen, die ihren Sazerac am liebsten mit Cognac trinken, ist das eine schöne Alternative. Vom vorigen Ergebnis angestachelt, durste ich nach einem dritten Versuch. Ich finde, dass jeder Drink eine Steigerung zu seinem Vorgänger sein sollte. Was für Wein gilt, gilt auch für Cocktails! Das Schlimmste ist doch, wenn mich Getränke langweilen. Also habe ich etwas bestellt, wofür mich einige wahrscheinlich für verrückt erklären. Einen Sazerac mit Trois Rivières Vieux 1953. Und das meine lieben Hobby- und Profitrinker war eine Offenbarung. Wow, was hat dieser Rhum für eine Kraft, für eine Finesse. Er ist extrem lang anhaltend und facettenreich, ein absoluter Bolide der mir beim Gedanken daran ihn pur zu trinken fast Angst einflösd. Das ist ein Sazerac, den ich sicher nicht vergessen werde.

Donnerstag, 2. April 2009

Berlin Hauptstadt des Rums / Rhums

Wie jeder weiß, Berlin ist unsere Hauptstadt. Was noch nicht alle wissen, am Montag ist Berlin auch die Hauptstadt des Rums! Ian Burrell ist zu Gast bei Mixology und hält die Rum Exotika Master Class. Es wird viele Infos geben und einiges an flüssigem Lehrstoff. Im Lebensstern ist Christian Vergie der Master Blender von La Mauny zu Gast. Er wird über Rhum Agricole berichten, und natürlich gibt es auch hier flüssigen Lehrstoff. Zum Beispiel La Mauny, Trois Rivieres, Riviere du Mat, um nur einige zu nennen. Für die Veranstaltung im Lebensstern gibt es noch zwei kostenlose Plätze. Start ist 17.00 Uhr Wer Interesse hat, möge sich bitte bei mir melden unter 0177 936 93 16 oder dirk@drum-cigarclub.de Natürlich werde ich über beide Veranstaltungen berichten - meine Leber tut mir schon jetzt leid;)

Ein perfekter Abend

Dienstag Abend in Hamburg - das Haar sitzt 21.00 Uhr Cafe Paris, treffen einen Bekannten der jetzt dort arbeitet, bekommen einen Tisch - das Haar sitzt 22.30 Uhr gehen in den Löwen, 2 Plätze sind reserviert, wunderschöne Bar - das Haar sitzt 0.00 Uhr bei Herrn Pupillo in der Bar des Hotel Vier Jahreszeiten, rauchen genüsslich eine Zigarre - das Haar sitzt In Hamburg angekommen stellt sich die Frage, wo meine Frau und ich heute eine Zigarre rauchen können und das in einer guten Bar. Also das Netzwerk via Facebook genutzt und nach kurzem war klar wo wir hingehen. Aber erstmal was essen! Wir gehen also ins Cafe Paris zum Essen. Der Laden ist rappel voll. Ein netter junger Mann kommt uns entgegen, und was soll ich sagen, der stellv. Restaurantleiter ist ein Bekannter aus Berlin, den ich allerdings in Kanada vermutete. Die Freude ist groß, wir bekommen einen Tisch und alles ist bestens. Dann geht es rüber in den Löwen und wieder treffen wir auf bekannte Gesichter. Philipp und Torben haben Dienst, wir sitzen an der Bar und genießen. Herr Meyer, was soll ich sagen - Chapeau. Danach geht es in die Bar des Vier Jahreszeiten. Eine kleine Bar in der man Zigarre rauchen kann, betreut von Herrn Pupillo, der schon über 70 sein soll (kann ich gar nicht glauben) und seit über 30 Jahren hinter dem Tresen steht. Hier ist die Auswahl der Getränke ganz anders gelagert, eben eine klassische Hotelbar, nicht modern aber sehr charmant. Ein sehr gelungener Abend!

Donnerstag, 26. März 2009

Kitsch as Kitsch can

Wie kann man nur eine soooooo kitschige Flasche designen? Also habe ich den Rum Namens Porfidio wegen der hässlichen Flasche und den damit verbundenen Vorurteilen geordert. Nicht nur - auch die Geschichte des jungen Unternehmens hat mich neugierig gemacht. Um das Fazit vorweg zu nehmen, ich war angenehm überrascht. Porfidio ist eine Marke, die in der Spirituosengemeinschaft für viel Wirbel gesorgt hat. Die Marke ist von Martin Grassl, einem österreichischen Unternehmer gegründet worden. Porfidio ist seit seinem Start am Anfang der 90er Jahre enorm erfolgreich gewesen. Er war der Sieger in vier aufeinanderfolgenden Jahren des Tequila-Preises Weltmeister Añejo mit der höchsten einer Tequila-Marke jemals gegebenen Punktzahl (98 aus 100). Verbunden mit dem Erfolg ging der Preis durch die Decke. Darauf wurden Porfidio und Herr Grassl in eine Verschwörung mit den mexikanischen Behörden und anderen Erzeugern verstrickt. Auf dem Höhepunkt der Fehde wurde Grassl gezwungen, Mexiko nach Todesdrohungen gegen sich und seine Familie sowie einem Haftbefehl von Interpol, zu fliehen. Der Haftbefehl soll auf Geheiß der mexikanischen Regierung ausgestellt worden sein. Die Hauptanschuldigung war, dass Porfidio unechten Tequila erzeuge. Zusätzlich gab es eine verwirrende Vielfalt von Gerüchten, die die Industrie in Umlauf setzte. Es wurden allerdings nie Beweise gefunden, die die Gerüchte hätten unterstützen können. Porfidio ist jedenfalls noch auf dem Markt und die Brennerei ist für Besucher offen. Sicher ist auch, dass die Marke viele Feinde im Land hat, in dem sie erzeugt wird. Ob das wegen wahrgenommener Unregelmäßigkeiten oder vielleicht mehr mit dem Neid von mexikanischen Erzeugern zu tun hat, bleibt offen. Porfidio hat es jedenfalls nicht geschadet, das Produkt ist populärer als jemals zuvor, und die Range wurde um dem Rum erweitert. Der Rum wird nur aus frisch gepresstem, reinem Zuckerrohrsaft hergestellt, es werden nur reife und gesunde Pflanzen verwendet. Aus diesem Grund wird das Zuckerrohr auf traditionelle Weise von Hand mit der Machete geerntet. Für einen so frischen Rhum finde ich ihn erstaunlich weich und angenehm, im Mund ist er samtig mit dezenter Süße. Die Flaschen sind allesamt Unikate, was sie in meinen Augen nicht schöner macht. Vielleicht hat der Kollege von Puro de Agave ja noch was interessantes über Porfidio zu berichten. Den Tequila hab ich übrigens noch nie probiert.

Sonntag, 22. März 2009

Rum und die Karibik

Sehr eindrucksvoll konnte ich erleben wie Rum zur Karibik gehört. Vergleichbar mit Bayern und seinem Bier. Auf der ITB für Brugal tätig, waren wir auch für das Personal der Dominikanischen Republik zuständig. Die Damen und Herren tranken ganz selbstverständlich ihre tägliche Portion Rum, oft auch schon zur Mittagszeit. Als Cuba Libre Version oder sehr gerne auch mit Sprite, nicht wenige eben einfach pur. Ebenso die Herrschaften der anderen Karibik Länder, die keine eigene Versorgung hatten. Rum gehört hier zum Leben dazu und ich habe jetzt richtig Fernweh! Señor Don Andres Brugal Montaner, ein spanischer Einwanderer, der seine Kenntnisse zur Herstellung von Rum auf Cuba erwarb, gründete 1888 Brugal in der Dominikanischen Republik. Um die Herstellung wird ein großes Geheimnis gemacht, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Alle Inhaltsstoffe von Brugal stammen aus der Dominikanischen Republik. Es wird nur der gereifte Rum abgefüllt. Dieser lagert in Puerto Plata in weißen amerikanischen Eichenfässern. Bei Brugal lagern mehr Eichenfässer als irgendwo sonst in der Karibik. und es ist der einzige Rum, dessen Herstellung, Reifung und Abfüllung ausschließlich in der Dominikanischen Republik stattfindet. Brugal ist momentan auf Platz 20 in der globalen Spirituosen-Industrie und verzeichnet dynamische Wachstumsraten. Mit über 80 Prozent Marktanteil ist es die führende Marke in der Karibik und der meist getrunkene Rum in der Dom. Rep. (Quelle Maxxium) Seit Feb. 2008 gehört der Edrington Group, die The Famous Grouse Whisky, Cutty Sark, Macallan und Highland Park produzieren, 60% von Brugal. Damit dürfte sich die Familiengeschichte wohl deutlich verändern.

Mittwoch, 18. März 2009

Gesundheitsschädlich

Bei meinem letzten Rum & Zigarrenseminar fragte mich einer der Teilnehmer ob das Zigarre Rauchen nicht genauso Gesundheitsschädlich wie das Zigarette Rauchen sei. Nun, dazu gibt es diverse Studien und die Antwort ist nein, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Den Ansatz fand ich interessant und fragte in die Runde, ob man sich über die Wirkung von Alkohol auch solche Gedanken macht. Verdutzt wurde ich angeschaut. Ich erzählte also ein wenig über Alkohol und die Wirkung auf den Körper. Das Ethanol ein Körpergift ist welches die Rezeptoren im Gehirn hemmt und so zu Rauschzuständen führt. Das die permanente Aufnahme von Ethanol die Nervenbahnen, Leber, Pankreas, Herz und Gehirn schädigt. Da ich wusste, was einige der Teilnehmer gerne trinken und sie mir von ihren mitgebrachten Urlaubsspirituosen (73% Rum usw.) erzählt hatten, hing ich noch eine kleine Abhandlung über Fusel hinten dran. Fusel bezieht sich auf die Fuselöle welche in Spirituosen enthalten sind und oft in größeren Mengen in minderwertigen alkoholischen Getränken vorkommen. Je fachgerechter zum Beispiel der Rum oder Whisky destilliert ist, desto geringer ist der Anteil der Fuselöle. Fuselöle werden im Körper des Menschen zu Giftstoffen abgebaut, die zu einer Verminderung der Herzleistung und zur Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führen können. Kopfschmerz, Übelkeit und Müdigkeit sind die möglichen Folgen. In höheren Dosen können Fuselöle zur Erblindung oder gar lebensgefährlichen Vergiftungen führen. Da Fuselöle im Rum eine große Rolle spielen, denn Sie sind entscheidende Geschmacksträger, sollte man sich genau überlegen was und wie viel man trinkt. Die Supermarkt Billigspirituosen sind jedenfalls keine große Hilfe, genauso wenig wie die unsäglichen Happy Hour Cocktails in diversen Restaurants und möchte gern Bars. Die meisten Teilnehmer sehen den Genuss von Alkohol jetzt mit anderen Augen. Auch die Verkostung der hochwertigen Rums haben dazu beigetragen. Ich denke je Verantwortungsbewusster wir als Profis mit diesem Thema umgehen, umso länger dürfen wir offiziell Alkohol verkaufen.

Montag, 16. März 2009

Handwerker mit gutem Geschmack

Unser Handwerker hat nicht nur Geschmack, er macht auch einen guten Job. Bald wird man sich davon überzeugen können und vielleicht sitzt er gerade mit einem Manhattan an der Bar, die er zur Zeit baut.